50 Jahre HAFL: vom «Buure-Tech» zur «HAFLere»

Ab 1959 weibeln Agronomie-Ingenieure für ein landwirtschaftliches Technikum. Dieses soll es «strebsamen jungen» Bauernsöhnen ermöglichen, eine Ausbildung zum Agro-Techniker zu machen. Den kantonalen Landwirtschaftsdirektoren gefällt die Idee. Auch Bund und Kantone sind rasch an Bord. Und bald ist klar: Die neue Schule kommt in Zollikofen zu stehen. Nicht wegen der grandiosen Aussicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau, sondern wegen der Nähe zur Sprachgrenze und den landwirtschaftlichen Schulen.

 

Schon damals grandios: Aussicht vom Campus.

 

Anfang Juli 1967 beziehen die ersten Mitarbeitenden des Schweizerischen Landwirtschaftlichen Technikums SLT die neuen Schulgebäude. Der Campus wurde vom Berner Architekt Eduard Helfer entworfen und ist für seine Zeit wegweisend.

 

Nüchterne Sachlichkeit: Das SLT in seinen Anfängen.

 

Am 13. September 1967 findet die Einweihungsfeier der neuen Schule, «Buure-Tech» genannt, statt. Anfang Oktober nehmen die ersten 75 Studenten ihre Ausbildung auf. Studentinnen und Dozentinnen gibt es noch keine. Träger des SLT sind die Kantone und das Fürstentum Liechtenstein.

 

Klare Rollen: Festessen an der Eröffnungsfeier.

 

Der erste Direktor des SLT, Fritz König, erklärt im Radio, was das Berufsziel der neuen Ausbildung ist – und was nicht: «Die zuekünftige Agrotechniker ghöre de zum landwirtschaftleche Kader.» Aber: «Dä Bruefsma isch kei Wüsseschafter.» 

 

Unterricht traditionell: Bodenkunde.

 

Schon in seinen frühen Tagen wird am «Tech» nicht nur studiert: Bereits ein Jahr nach der Eröffnung beginnt sich die Schule als internationaler und wissenschaftlicher Treffpunkt zu etablieren – vorerst mit dem Kongress des Centre international d’études agricoles (CIEA).

 

Vertreter/innen von 54 Nationen versammelt: CIEA-Kongress in der alten Aula.

 

Das Studium des Agrotechnikers dauert im ersten Jahrzehnt zwei Jahre. Die Ausbildung orientiert sich von Anfang an stark an der Praxis.

 

Elfenbeinturm ist kein Thema: Studienexkursion 1975.

 

1976 wird die Ausbildung von vier auf sechs Semester erhöht. Die Absolvent/innen sind künftig Ingenieur-Techniker. Im ersten Studienjahr büffeln sie Grundlagenfächer. Dazu gehören Soziologie, Psychologie, Maschinenschreiben, Sprachen…

 

Sogar am «Tech» Pflicht: Büffeln im Sprachlabor.

 

1992 feiert die SLT sein 25-jähriges Jubiläum. Der Festakt findet in Fribourg statt. Das Fest – als erweitertes Sommerfest – in einem Zelt auf dem Campus. Im gleichen Jahr ändert das SLT den Namen. In Anlehnung an die industriell-gewerblichen Ingenieurschulen heisst es fortan Schweizerische Ingenieurschule für Landwirtschaft SIL. Denn, so die Trägerschaft: «Es scheint uns wichtig zu sein, auch hier landwirtschaftliche Sonderzüglein zu vermeiden.»

 

Kein landwirtschaftliches Sonderzüglein: Jubiläumsfeier unter neuem Namen.

 

Ab 1993 startet der Studiengang Internationale Landwirtschaft. Die neuen Studierenden absolvieren gegen Ende ihrer Ausbildung ein Auslandpraktikum in Bhutan, Indien, Kamerun, Mali, Ecuador… Die neue Fachrichtung hatte auch dazu geführt, dass ein Tropengewächshaus – das «Treibhaus» – errichtet und die bestehenden Bauten erweitert wurden.

 

Die Welt hält Einzug: Internationale Landwirtschaft in Zollikofen.

 

Der neue Name SIL ist von kurzer Dauer. Schon 1998 wird wieder umgetauft: in Schweizerische Hochschule für Landwirtschaft SHL. Sie wird als Fachhochschul-Institution anerkannt und organisatorisch – und auch visuell – der Berner Fachhochschule angegliedert.

 

Das Ende einer Ära: Das «Tech» wird erneut umgetauft und der BFH angegliedert.

 

2003 müssen die Bauernsöhne – und inzwischen auch -töchter – ihre legendären Feste nicht mehr unter sich ausrichten. Der Studiengang Forstwirtschaft kommt an die SHL. Er beginnt mit nur einem Dozent und zehn Studenten, entwickelt sich aber rasch zu einem thematisch breit gefächerten und forschungsstarken Bereich. 2004 wird die Milchwirtschaft vom Agronomiestudium abgekoppelt und als eigener Studiengang «Milchwirtschaftliche Lebensmitteltechnologie» geführt.

 

Agronom/innen nicht mehr allein: Forstingenieure und Lebensmitteltechnologen feiern künftig mit.

 

Nur vier Jahre später reformiert die SHL das Studium der «Milchwirtschaftlichen Lebensmitteltechnologie» vollständig. Ab 2007 heisst es Food Science & Management. Der Name ist Programm: Der Studiengang vermittelt breite Kenntnisse der ganzen Lebensmittelproduktion – bis hin zum Ladentisch. Und wächst innert Kürze von kaum zehn Studierenden pro Jahrgang auf über 50. Auch die Agronomie passt ihr Studium infolge der Zunahme an Pferdebetrieben an: Sie führt die Vertiefung Pferdewissenschaften ein.

 

Agronomiestudium wird noch vielfältiger: neu mit Pferdewissenschaften.

 

Die SHL wächst weiter. 2009 beginnt der Masterstudiengang in Life Sciences mit der Vertiefung Agrar- und Waldwissenschaften. Platzmangel hatte allerdings schon vorher dazu geführt, dass ein Teil der Mitarbeitenden in zugemietete Büros umziehen musste. 2010 fahren die Bagger für den Aushub eines grossen Erweiterungsbaus auf. 

 

Schule im Umbruch: Aushub für Erweiterungsbau.

 

Die 2009 beschlossene Auflösung der bisherigen Trägerschaft – Kantone und Fürstentum – und Vollintegration in die BFH wird am 1. Januar 2012 vollzogen. Von nun an heisst die Schule «Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL». Im Herbst 2012 wird der Erweiterungsbau eröffnet.

 

Vollintegriert: die HAFL.

 

2014 nimmt die Abteilung Food Science & Management eine Technologiehalle in Betrieb. Sie ermöglicht alle wichtigen Grundoperationen der Lebensmitteltechnologie. Nur ein Jahr später beginnen die ersten Studierenden einer neuen Vertiefung im Master in Life Sciences: in Food, Nutrition and Health.

 

Weiter wachsen und erneuern: Beispiel Lebensmittelwissenschaften.

 

Und jetzt? 2017 feiert die HAFL wieder ein Jubiläum. Mit 50 Events zum 50sten.

 

Grüne Innovation: seit 50 Jahren.

Weitere Informationen

Die Geschichte der HAFL ausführlich (pdf)

Chronologie (pdf)

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