Gebirgswald, Naturgefahren und GIS

Kompetenzen

  • Risikobasierte Bewertung der Schutzwirkung des Waldes gegen Sturz-, Rutschung- und Wassergefahren
    Waldstruktur-Charakterisierung (Fernerkundung, Inventur, GIS-Analyse), Modellierung Gefahrenprozesse mit und ohne Waldeinfluss, Entwicklung Methodik Risikobasierte Bewertung von Schutzwäldern
  • Faktenbasierte, nachhaltige Gebirgs- und Schutzwaldbewirtschaftung
    Marteloskop-basierte Studien im Gebirgswaldbau, Verjüngungsökologie im Gebirgswald, Wildeinfluss auf die Verjüngung
  • Ingenieurbiologie und forstliches Ingenieurwesen
    Methodenentwicklung zur Quantifizierung von forstlichen/ingenieurbiol. Massnahmen im Bereich Rutsch- und Sturzgefahren
  • State-of-the-Art GIS-Expertisen
    Massgeschneiderte Tools für (grossräumige) GIS-Analysen, Mobiles GIS, Präzisions-GPS, WebGIS, real-time GIS und Fernerkundung, Datenbank-Entwicklung, Beratung und Anwender-Support, Moderne Kartographie

Team

Prof. Dr. Luuk Dorren, Dozent für Naturgefahren und Geo-Informationssysteme

Prof. Jean-Jacques Thormann, Dozent für Schutzwaldbewirtschaftung und Naturgefahren

Adel Albaba, wissenschaftlicher Mitarbeiter

Eric Gasser, Doktorand

Mark Günter, wissenschaftlicher Mitarbeiter

Kathrin Kühne, Assistentin

Julia Menk, wissenschaftliche Mitarbeiterin

Christine Moos, Doktorandin

Dr. Massimiliano Schwarz, wissenschaftlicher Mitarbeiter

 

Aktuelle Projekte

Langzeiteffekte von invasiven Baumarten

Der Götterbaum (Ailanthus altissima) stammt aus China und ist eine invasive Baumart in der Schweiz. In einem internationalen Projekt unter der Leitung der HAFL werden die Ökologie und Langzeitdynamik von Götterbaum-Beständen im Tessin und erstmals auch in China untersucht. Diese Kenntnisse verwenden die Forschenden, um die Invasionsprozesse abzubilden und die Entwicklung von Waldbeständen abzuschätzen, die vom Götterbaum unterwandert sind. Ziel ist es, Methoden zu entwickeln, die es ermöglichen, die Schutzwirkung bei Steinschlag von Ailanthus-Beständen zu quantifizieren. Das Projekt von HAFL, WSL, Uni Bern und dem IRSTEA (F) wird vom SNF unterstützt. 

Projektleitung: Luuk Dorren

Projektbeschrieb

Marteloskope im Gebirgswald

Marteloskope sind Waldflächen, auf denen jeder Baum ab einem bestimmten Durchmesser aufgenommen und kartiert wird. Sie dienen als didaktisches Werkzeug, mit denen sich bestimmte waldbauliche Fragestellungen diskutieren lassen. Je nach Zielsetzung eines Marteloskops werden für jeden einzelnen Baum unterschiedliche Parameter aufgenommen. Forschende der HAFL untersuchen in einem Projekt, wie sich Marteloskope einrichten und auf gebirgswaldspezifische Fragestellungen adaptieren lassen. Im Vordergrund stehen Methodenvergleich und Empfehlung zur Grundeinrichtung der Flächen. Gleichzeitig wollen die Forschenden auch klären, wie sich einzelbaumspezifische Kriterien, die Aussagen zur nachhaltigen Schutzwirkung von Beständen erlauben sollen (z.B. Stabilität, Verjüngung), bewerten lassen. Zusammen mit der ETH Zürich und dem Projekt Integrate+ werden die Ergebnisse anschliessend in einer Software umgesetzt. Sie erlaubt es, Ergebnisse von Übungen direkt im Waldbereitzustellen. Das Projekt wird vom Wald- und Holzforschungsfonds, der ETH Zürich sowie den Kantonen Bern und Graubünden unterstützt.

Projektleitung: Jean-Jacques Thormann

Voranalyse NaiS-Anforderungsprofil Steinschlag

Der Schutzwald spielt in der Schweiz beim integralen Risikomanagement von Naturgefahren eine wichtige Rolle. Er hält beispielweise stürzende Steine auf und reduziert damit die Kosten für technische Massnahmen zum Schutz von Mensch und Infrastruktur. Um die Schutzwirkung der Wälder nachhaltig und effizient sicherzustellen, braucht es systematisch erhobene Daten zu Steinschlägen und deren Charakteristiken. Sie ermöglichen es, Wälder so zu pflegen, dass diese Steinschläge effektiv aufhalten, ohne stark beschädigt zu werden. Ziel des Projekts ist einerseits die Entwicklung einer GIS-basierten Methodik zur systematischen Erhebung der Felswandhöhe, der mittleren Hangneigung und der bewaldeten Hanglänge von Steinschlagschutzwald-Komplexen. Andererseits werden die erforderlichen Stammzahlen pro Schutzwaldkomplex – gemäss NaiS Minimal- und Idealprofil Steinschlag – berechnet. Dazu implementieren die Forschenden die Algorithmen, die dem NaiS Steinschlag-Tool zugrunde liegen in einem GIS und wenden sie auf jeden Schutzwaldkomplex an.

Projektleitung: Luuk Dorren

Management von Schwemmholz an Fliessgewässern

Schwemmholz spielt in Fliessgewässern eine zentrale Rolle. Es ist unter anderem wichtig für die Biodiversität oder das Funktionieren des Flussökosystems. Nebst zahlreichen positiven Effekten kann es bei einem Unwetter aber auch ein Risiko für die Menschen und deren Infrastruktur darstellen. Das Bundesamt für Umwelt hat gemeinsam mit der HAFL, der Universität Bern und der ETH Zürich ein Projekt gestartet, damit sich künftig Schwemmholzprozesse besser verstehen und vorhersagen lassen. Das Wissen über die Wälder an instabilen Hängen entlang von Gewässern spielt dabei eine besonders wichtige Rolle. Die Forschenden der HAFL entwickeln quantitative Methoden, um die Prozesse, die zum Schwemmholzeintrag beitragen, abzubilden. Dabei berücksichtigen sie den Einfluss des Waldzustandes. Sie verwenden Hangstabilitätsmodelle (z.B slidefor.NET) und neue Fernerkundungstechnologien (z.B. Drohne).

Projektleitung: Massimiliano Schwarz


Abgeschlossene Projekte

Archiv

Kontakt

Prof. Jean-Jacques Thormann

jean.jacques.thormann(at)bfh(dot)ch

Tel. +41 (0)31 910 21 47

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